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Hurra, wir sind Vorbild!
Vorbild für die Zensur in diktatorischen, südamerikanischen Staaten. Danke Bundesregierung.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat strengere Regeln fürs Internet gefordert. Es gehe nicht an, dass dort jeder tun und sagen könne, was er wolle. Dabei berief er sich auf Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Ob ich wirklich als Vorzeigebeispiel für Zensur in instabilen Regierungen herhalten möchte, wage ich mal zu bezweifeln. Aber in irgendwas muß man ja Exportmeister sein.
Internet-Zensur, Second edition
Prima Schachzug, Frau Leyen! Ich hatte mich schon gefragt was nach dem Top-Thema Kinderpornografie auf Platz zwei der Salamitaktik gelangen würde. Nun ist es raus: rechte Inhalte im Netz!
Zeitlich gut gelegt, direkt am Auftakt der Wahlkämpfe, wird nun der anscheinend doch nicht so rechtsfreie Raum Internet – Achtung: Wortspiel – angegangen. Wenn man einzelne Parteien schon nicht ordentlich vor Gericht verbieten kann, dann soll doch wenigstens deren Plattform gestört werden. Und wieder ist es ein Thema wo jeder gute Bürger nicht sein sagen wird. Oder erwartet jemand ernsthaft eine ePetition gegen Sperren von Nazi-Seiten?
Bleibt also die Frage nach dem Hattrick, wer macht den Platz drei? Mein Tipp: Glücksspiele im Internet. Das böse ausländische Terror-Lotto, was unseren Staatlichen Kreuzigungsstellen den Umsatz wegklickert.
Das spricht dringend für Klarmachen zum Ändern!
Censordyne
Falls das Wahlvolk sich nicht freiwillig für Politik interessiert, einfach mal einen Zahncreme-Werbespot nehmen und umbauen:
Alterskennzeichnung mit Uhrzeitbeschränkung
Und wieder wildert ein Politiker in Regionen herum, wo er sich nicht auskennt. Und wieder geht es um die lieben Kleinen, die behütet und geschützt werden müssen vor dem bösen Onkel Internet.
Also muß eine Alterskennzeichnung her. Verpflichtend für alle Anbieter von Inhalten. Das kann man natürlich prima weltweit mal eben durchsetzen. Scheitert ja schon an der Definition Kind bzgl. Alter.
Außerdem, wenn schon, denn schon. Ich will gleich noch eine Uhrzeitbeschränkung der nicht jugendfreien Seiten. Alles ab 16Jahre bitte erst auch ab 22:00 im Internet zulassen. Ortszeit Berlin natürlich, und die des Surfers, der Servers, des Anbieters, des Zugangsproviders und des Betreibers.
Die Generation C64 schlägt zurück
So ein Spruch klingt mal richtig gut und macht Mut!
Die Debatte um Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz macht eine gesellschaftliche Kluft sichtbar: Die Generation Online will nicht länger akzeptieren, dass über sie hinwegregiert wird. Ein Generationenkonflikt wird sichtbar, der das Land noch Jahre lang spalten könnte.
Die digitalen Einheimischen haben begonnen sich einzumischen und ich bin einer davon, einer von über einhundert tausend Unterzeichnern, der lieber etwas mit Sinn und Verstand umgesetzt sehen möchte.
92 Prozent für Internetsperren gegen Kinderpornographie
100% von 80.000 dagegen und 92% von 1000 dafür. Umfragen sind was lustiges. Was sind da jetzt Mehrheiten?
Leider kann man als nicht-Techniker bei der simplen Fragestellung nicht anders, als für Sperren zu sein. Wer würde schon die Unterschiede kennen?
Und gerade im TV gelaufen: Es soll dann auch Nazi-Inhalt gesperrt werden (ist ja nichts neues) und Mafia-Seiten auch noch. Das ist wiederum neu. Mafia in Facebook? Was könnte man noch sperren wollen? Musik- und Film-Kopien natürlich, Gewaltspiele, Islamische Extremisten natürlich und Sex im allgemeinen am besten auch noch. Wer findet mehr?
Petition gegen stille Internet Zensur
Bei dieser Petition sollte jeder mitmachen, der sich an plötzlich auftauchenden STOPP-zensiert Schilder stört.
Aktueller Stand nach wenigen Tagen der Öffentlichkeit ist schon knapp 14.000 Unterschriften. Es werden anscheinend allerdings 50.000 Stimmen innerhalb von drei Wochen benötigt! Also bitte jeder mitmachen, der sich beim Surfen gestört fühlt.
STOPP zensiert!
Das Schild könnte bald immer öfter auftauchen und schon bei der ersten Sichtung einen Anfangsverdacht begründen. Viel Spaß bei der ersten Hausdurchsuchung.
Für die frühe Gewöhnung an das Schild bietet sich diese Seite an:
STOPP-zensiert.de
Verlinken verboten
Da hat ja jemand das Netz verstanden und eine rekursive Tretmine gelegt. In anscheinend beliebiger Verlinkungstiefe darf also nicht zu gewissen Listen verlinkt werden. Prima Idee!
Aufgrund der netzartigen Struktur des World Wide Web ist jeder einzelne Link im Sinne der Conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind
Wenn ich also nun einen Konkurrenz-Blog loswerden möchte, dann versende ich einen Trackback ganz automatisch zu ihm, der auf wikileaks zeigt und schon ist die Hausdurchsuchung angemeldet. Man sollte Links im Web verbieten.
Der Surfer des Bösen
Hat der gute George W. Bush etwa einen Beratervertrag bei der CDU bekommen? Wer nicht für uns ist, ist gegen uns? Reinstes schwarz-weiß Denken ohne auch nur den Versuch zu machen sich seinem geistigen Horizont, dem Tellerrand der eigenen Meinung, mal zu nähern und die Argumente der Gegen-Seite zu verstehen.




